Monatsarchive: Juli 2016

Udo Bermbach: Houston Steward Chamberlain

Wagneropern und Rassetheorien

Wagners Schwiegersohn – Hitlers Vordenker, J.B. Metzler, Stuttgart 2015 – www.metzlerverlag.de

Cover Bermbach

Foto: Verlag J.B. Metzler, Stuttgart

Der Politikwissenschaftler Udo Bermbach hat sich vielfach sachkundig und differenziert mit der Frage auseinandergesetzt, wie man das Phänomen Richard Wagner und seine Folgen in den zeit- und politikgeschichtlichen Kontext stellen kann. In dem Buch „Houston Steward Chamberlain. Wagners Schwiegersohn – Hitlers Vordenker“ beschäftigt er sich nicht nur mit einer Person, die als intellektueller Vordenker des Wagnerkreises gilt, sondern die auch für Wagners arische Theologie in seinen Opern steht. Auch die Biographie Chamberlains bettet er in einen allgemeingeschichtlichen Kontext ein. Dass die Bewertung sehr vorsichtig geschieht, kann bei Bermbach vorausgesetzt werden.

Zunächst gibt Bermbach profunde Informationen zu Chamberlains Lebensgeschichte und geht auf dessen Wagnerbild ein. Er analysiert die wichtigste Schrift dieses Autors, „Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts“, um sich dann mit der Rezeption des Werks sowohl zur Entstehungszeit als auch unter den Nazis zu beschäftigen. In diesen Kontext gehört die Beschreibung des arischen Christentums als Spielart des deutschen Protestantismus wie auch der damaligen Rassetheorien; ihre Unhaltbarkeit schon zur Zeit der Entstehung arbeitet Bermbach deutlich heraus. Weiterlesen

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