Kategorie-Archiv: Belletristik modern

Volker Kutscher: Der nasse Fisch

Schaurige Morde im Berlin der Zwanzigerjahre

Gereon Raths erster Fall, 46. Auflage, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016 – www.kiwi-verlag.de

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Foto: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln

Frühjahr 1929. Gereon Rath, bis vor Kurzem Kriminalkommissar in Köln, ist nach Berlin ins Sittendezernat versetzt worden, weil er für den Tod eines Verdächtigen verantwortlich sein soll. Diese Degradierung trägt er mit Fassung, er beginnt, sich mit seiner neuen Umgebung vertraut zu machen und das wilde, ungezügelte Leben der Reichshauptstadt jener vermeintlich „Goldenen“ Zwanzigerjahre kennenzulernen. Bald wird ein Russe im Landwehrkanal aufgefunden, es stellt sich heraus, dass der Mann nicht ertrunken ist, sondern als bereits grausam zugerichteter Toter in ein Auto gesetzt wurde, das in den Kanal stürzte. Da Rath wenige Nächte zuvor unliebsame Bekanntschaft mit dem späteren Mordopfer gemacht hat, das betrunken und lautstark Raths ebenfalls russischen Vormieter suchte, beginnt der noch unausgelastete neue Sittenwächter nebenbei Erkundigungen über die Beteiligten einzuziehen. Unvermutet stößt er auf eine heiße Fährte und verschafft sich einen klaren Wissensvorsprung gegenüber der eigentlich ermittelnden Mordkommission – für ihn allemal spannender, als Pornoproduzenten zu jagen oder illegale Nachtklubs hochzunehmen. Weiterlesen

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Bernhard Schlink: Das Wochenende

Behutsame Auseinandersetzung mit dem RAF-Terrorismus

Diogenes Verlag, Zürich 2008/2010 – www.diogenes.ch

Cover Schlink, Wochenende 72dpiDem Romanautor Bernhard Schlink gelingt es immer wieder, sich gesellschaftlichen Reizthemen auf eine sehr sensible Weise zu nähern. Nach seinem mehrfach preisgekrönten Werk „Der Vorleser“, einer Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit im Spiegel einer tragischen Liebesgeschichte, legte er 2008 den Roman „Das Wochenende“ vor. Darin beschäftigt er sich mit dem Terrorismus der RAF, der Westdeutschland in den 60er- und 70er-Jahren erschüttert hat:

Der Terrorist Jörg, der wegen vierfachen Mordes 23 Jahre Haft verbüßt hat, wird vom Bundespräsidenten überraschend begnadigt. Seine ältere Schwester Christiane, die ihm seit dem Tod der Mutter diese stets zu ersetzen versucht hat, arrangiert zusammen mit ihrer Freundin Margarete in ihrem gemeinsamen Haus im Brandenburgischen ein Wochenende mit alten Freunden und einstigen Sympathisanten; sie möchte ihm den Start in die Zeit nach dem Gefängnis möglichst angenehm gestalten. Weiterlesen

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